Das enganliegende Gewand ist aus fein plissiertem Stoff, Schultern und Dekolleté sind mit einem fein gearbeiteten Schmuck aus Gold und Edelsteinen bedeckt. Dieses weibliche Schönheitsideal ist auch in der zeitgenössischen Liebenslyrik zu finden. Einige der frühesten Darstellungen von Menschen sind die Frauenstatuetten des Jungpaläolithikums, die während der Späteiszeit über das gesamte damals eisfreie Europa verbreitet waren. Amenirdis I., Tochter des kuschitischen Pharaos Kaschta, 25. Auch das jeweils als ideal angesehene Körpergewicht schwankt im Vergleich der Kulturkreise und Epochen enorm. [30] Eines der auffälligsten weiblichen Schönheitsideale sowohl in der burgundischen Mode als auch im Italien der Frührenaissance war die hohe Stirn: man rasierte oder zupfte sich die Haare am Haaransatz aus. Auch die Mode-Stiche von Wenzel Hollar[45] zeigen eher 'normal' schlanke Frauen, und keine Rubensfiguren. Porträt von Peter Lely, 1660er Jahre. Diese war zu Beginn ihrer Karriere in Schweden noch eher rundlich und etwas übergewichtig, wurde aber vor ihrem ersten amerikanischen Film (1926) vom Hollywoodstudio gezwungen abzunehmen, und verwandelte sich in einen neuen und als modern empfundenen Typus einer schlanken, ätherisch eleganten, leicht androgynen Frau. In der Mitte des 17. Alabasterstatuette des Chephren, 4. Die beschriebenen modischen Entwicklungen forderten beinahe zwangsläufig eine schlanke Figur, und tatsächlich wurde Mitte der 1960er Jahre das englische Model (und spätere Schauspielerin) Twiggy sehr bekannt und zu einer Stil-Ikone, die wie schon Audrey Hepburn überschlank, ja dünn, war. [38] Da die Haut gleichzeitig schneeweiß sein soll, wurde das Haar während solcher Sonnenbäder über einen breitkrempigen Hut verteilt, um Gesicht und Dekolleté sorgsam vor Verbrennungen und Bräunungen zu schützen. Jahrhunderts schützten Damen ihre Haut nicht nur durch breitkrempige Hüte gegen die Sonne, sondern auch mit Masken, die aber auch gegen andere Witterungseinflüsse, wie winterliche Kälte, helfen sollten;[53] es gab auch Sonnenschirme, die von Maria de Medici um 1600 am französischen Hof eingeführt wurden, und die gelegentlich von Pagen getragen wurden. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Schönheitsideale grenzenlos wandelbar wären. [29] Auch bei Männern war z. T. kinn- oder schulterlanges Haar modern. Es gab auch einige Herren vom blonden Typus wie Brad Pitt, doch stellten sie eher eine Ausnahme dar. Es zeigt, was in verschiedenen Zeitaltern und Kulturen als schön galt, vom üppig geformten Ideal der italienischen Renaissance bis hin zum mageren Heroin Chic der 90er-Jahre. Jahrhundert setzte ein gewisses Interesse am Orient und an fremden Kulturen ein. wurden z. 1640 bis ca. Zudem waren plötzlich üppige Brüste und breite Hüften modern. Jahrhundert) kamen wieder relativ realistische Darstellungen und erste naturnahe Porträts auf, die eine genauere Einschätzung ermöglichen, obwohl die Kunst der späten Gotik gleichzeitig einen Höhepunkt an Stilisierung erreichte. Auch gibt es Hinweise, dass der Goldene Schnitt bei der ästhetischen Bewertung eines Gesichts eine Rolle spielt. 1502–1507. in Versailles, zu denen auch Porträts seiner Maitresse Madame de Montespan gehörten. Jahrhundert), und niemals (seit der Antike) war Haarefärben so an der Tagesordnung. Im Laufe der Zeit haben Schönheitsideale sich immer wieder verändert. Von da an war das glattrasierte Gesicht für den Mann über 100 Jahre lang Pflicht. So ist z. Wie sich ein Schönheitsideal entwickelt und warum seht ihr im Video. Jahrhunderts orientierten, und auch Korsett und Reifrock (diesmal als Krinoline) – also die übersteigert weibliche Sanduhr-Figur – kamen in etwas anderer Form wieder in Mode. Jahrhundert durch breite Hüte und zierliche Sonnenschirme vor Sonnenschäden geschützt. 1495–1499. Die Renaissance öffnet den Blick auf den blauen Himmel, auf die Weite der Landschaft, die zumindest als Hintergrundgestaltung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Maske sollte die Haut gegen Kälte und Sonne schützen. Das Gleiche gilt auch für die in den 1970er Jahren immer populärer werdende Damenhose. Zu diesem Schönheits-Typus gehörte vor allem auch die Schauspielerin Audrey Hepburn, die jedoch gleichzeitig einen Sonderfall darstellte, weil sie von Natur aus überschlank, ja beinahe 'mager', war, nur einen kleinen Busen besaß und knochige Schultern hatte. Gerhard Hoyer: Die Schönheitengalerie König Ludwigs I., Schnell und Steiner, 7. Jahrhundert plötzlich in einem Maße öffentlich sichtbar, ja es entsteht eine Körperbetontheit, die zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Welt der Schönheitsideale hat. Nach 1790, also ab der französischen Revolution, und im frühen 19. In life of mysteries, Jackson’s changed color baffled public, „Diane de Poitiers – Visites privées“ (Französisch), https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schönheitsideal&oldid=209071308, „Creative Commons Attribution/Share Alike“. Der Erbauer der zweiten Pyramide von Gizeh ist mit schlankem muskulösem Körper dargestellt und trägt den klassischen ägyptischen Lendenschurz und einen künstlichen Königsbart. stream Thomas Gainsborough: Dame in Blau, um 1780. Daneben war aber nach wie vor langes Haar modern, das man zu griechisch anmutenden Frisuren und Knoten hochsteckte. B. technische und stilistische Veränderungen, sodass die Beschreibung historischer Schönheitsvorstellungen immer nur eine Annäherung bleiben kann. Der Barock (1600 – 1720) war durch die drei Kräfte Absolutismus, Kirche und Antike bestimmt, und hatte viel mit Macht sowie der Darstellung der Macht zu tun. Nie war blondes, goldblondes oder rotblondes Haar so sehr in Mode wie zur Zeit der italienischen Renaissance (15. B. die modische Farbpalette für Männer seit ca. Auflage 2011, S. 34. Ebenfalls eine Revolution war das allmähliche Heraufrutschen des Kleidersaums der Frauen, der in den „Goldenen Zwanziger Jahren“ nur noch bis unters Knie reichte – zum ersten Mal zeigten Frauen damit ihre Knöchel und Waden. Auch in der Modewelt der Hochrenaissance (ca. Umgekehrt sei in Zeiten des Überflusses ein schlanker Körper ein begehrtes Luxusgut. Sogar im Gesicht musste eine Frau wohlgenährt ausschauen. Jahrhundert geschnürte Taillen modern waren, die sich von ca. Schon seit dem Beginn des Jahrhunderts begann sich – zunächst noch fast unterschwellig – mit der Jugendbewegung das Ideal eines schlanken, jugendlichen, durch Sport geformten Körpers auszubreiten. Von den alten Ägyptern über die Renaissance bis heute. [50] Bei allen Beispielen handelte sich allerdings immer und ausschließlich um Bilder adeliger Damen aus einem höfischen Umkreis, es ging dabei nicht nur um ideale Schönheit, sondern auch um den sozialen Status und die Vornehmheit der Betreffenden. nach wie vor ein schlanker und wohlgeformter Leib, der jedoch nicht mager sein sollte, mit 'wohlgeformten' Schultern und Busen, und nach wie vor weiße Haut. Umzeichnung einer Venusfigurine von Bouret, Für die Alten Ägypter war Schönheit (altägypt. Frauen tragen unter ihren langen Röcken sogar hohe Chopine (eine Art Kothurn) um größer und schlanker zu wirken. Abb. Die Schönheitsideale kann man gut im Gemälde "Die Geburt der … Der Ägyptologe Zahi Hawass bezeichnete die Mumie KV60A, die er als Hatschepsut identifizierte, als "hugely obese woman" und "fat lady". 1440, Mode der ausrasierten hohen Stirn im 15. Chr., NY Carlsberg Glyptothek, Kopenhagen. Es ist allerdings durchaus möglich, dass die Figuren den biologischen Zusammenhang zwischen Körperfett und weiblicher Fruchtbarkeit illustrieren, denn starkes Untergewicht geht zumeist mit Unfruchtbarkeit einher.[10]. Die Erfindung von Knöpfen ermöglichte nun enganliegende Kleidung. 1915 bis zum Ideal der Wespentaille und zur sogenannten 'Sanduhrform' steigerten, die nur mit Hilfe von Korsetten und mit nicht unerheblichem Gesundheitsrisiko erreicht werden konnte. Mit Puder und Salben, Korsetts und Operationen betrieb der Mensch die technische Optimierung seines Körpers. Bereits ihr Name bedeutet: „Die Schöne ist gekommen“. Jahrhunderts eine Welle der Begeisterung für indische Bollywood-Filme, in der sich eine bereits zuvor bekannte Begeisterung für exotische Schönheit zeigt. [46] Überhaupt wurde sehr viel Wert auf die Schönheit von Hals, Dekolleté, Armen und Händen gelegt, da diese in der Mode zwischen ca. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht und beinahe modern und ermöglicht Einblicke in das damals übliche Make-up mit Lidstrich und rotem Lippenstift. Prinzessin Nofret (Ehefrau des Rahotep), 4. Es hat sich schon seit dem 20. Es war außerdem besonders in der französischen Aristokratie des 18. Bei Frauen kam zum ersten Mal überhaupt in historisch dokumentierten Zeiten (und in Europa) eine (relative) Kurzhaarfrisur auf, wenn möglich mit Locken. 1330 vor Chr. Jahrhunderts aufgekommene Schlankheitsideal, wie es mithilfe von großen überschlanken Mannequins und Models propagiert wird, die nicht selten Untergewicht haben und sich oft künstlich bis auf Größe 34 oder 36 herunterhungern müssen, hat im historischen und interkulturellen Vergleich Seltenheitswert. Im Gegensatz zu den Damen wurde die Herrenmode schon nach der Revolution praktischer, einfacher, die Farben dunkler – ein Einfluss des Bürgertums, das sich auch vor der Revolution schon weniger farbenfreudig als der Adel präsentiert hatte: „Der Mann schien auf das Recht auf Schönheit verzichtet zu haben und vor allem die Zweckmäßigkeit zu suchen.“[67] Waren in Romantik und Biedermeier bis etwa 1830 zumindest noch bunte Farbtupfer wie bestickte Westen üblich[68] und auch raffiniert gewelltes oder gelocktes Haar, trugen Männer schon ab ca. Neben ihrer Schauspielkunst wurde die Garbo für die makellose Vollkommenheit ihrer Gesichtszüge bewundert,[72] und sie war stilbildend u. a. für Schauspielerinnen wie Joan Crawford, Marlene Dietrich und Katharine Hepburn,[73] und „mit der Zeit“ sahen ihr „selbst die Schaufensterpuppen in den Warenhäusern … ähnlich“.[74]. Jahrhunderts üblich, dass man sich stark schminkte und Schönheitpflästerchen (Mouches) auflegte: Es soll vorgekommen sein, dass Frauen für einen Ball soviel Schminke, Puder und Rouge auflegten, dass ihr eigener Mann sie nicht erkannte. verkörpert – die man umgangssprachlich auch als 'Sexbomben' (englisch: bombshell) bezeichnete. Jahrhunderts wird also für fast drei Jahrhunderte – mit der Ausnahme einiger Jahrzehnte nach der französischen Revolution und zu Beginn des 19. Weibliche Attraktivität wurde und wird in den meisten Gesellschaften mit einem wohlgerundeten Körper und vollen Hüften in Verbindung gebracht. Ende des 16. Geschichte der Schönheit Durch dick und dünn . Seit den 1950er Jahren wurde mit 'wasserstoffblonden' Leinwandidolen wie Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Grace Kelly u. a. blond gefärbtes Haar modern. Barbara Villiers war die berühmteste Maitresse Charles II. Dieses Porträt zählt zur Reihe der „Windsor Beauties“ von Peter Lely, ca. Auflage 2011, S. 30. [17], Die Figuren sind ab der Zeit des Alten Reiches meist mit einer stark formalisierten Körperhaltung und -Proportionierung gezeigt, die durch ein Hilfslinienraster erzielt wurde. Der menschliche Körper wird also im 20. Diese gehört zum sogenannten Manierismus, der ein Ideal von schlanken Körpern mit überlangen Gliedmaßen (Hals, Arme und Beine) vertrat (siehe auch: Bartholomäus Spranger, Hans von Aachen). Männliche oder geschlechtlich uneindeutige Figuren sind dagegen selten zu finden. In der Renaissance orientiert man sich an antiken Ideen und Vorbildern. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: einerseits den jugendlichen Athleten, wie er im Extrem von Herkules oder auch vom Kriegsgott Ares/Mars verkörpert wird; aber auch etwas ätherische, feine Typen, wie man sie in Bildnissen des Apollon oder des jugendlichen Ganymed darstellte. Jhdt. [39][40][41] Sie wurde auch zu einer Muse der französischen Kunst in der Schule von Fontainebleau. Nach ethnologischen Untersuchungen spielen jedoch auch andere Faktoren eine Rolle, unter anderem die Stellung der Frau: Je mehr Macht Frauen haben, desto eher bevorzugen ihre Männer schlanke Partnerinnen. / 2. Hyacinthe Rigaud: Porträt von Gaspard Rigaud, ca. Jahrhundert eine Tendenz abgezeichnet, dass die Mode weniger enge Grenzen setzt, als dies in den Jahrhunderten zuvor der Fall war. Schon ihr Onkel Ludwig I. von Bayern war ein so großer Verehrer weiblicher Schönheit, dass er sich eine heute berühmte Schönheitengalerie anlegte, für die er die 36 schönsten Frauen malen ließ, die er finden konnte – wobei es ihm völlig egal war, ob es sich um ein einfaches Bauernmädchen, eine Bürgerin oder eine Frau des Hochadels handelte. Jahrhundert orientierte man sich stark an der griechischen und römischen Antike, der man allerdings in der Welt der Kunst auch vorher schon folgte. Jahrhunderts durch die Weltausstellungen oder durch einzelne Künstler wie Gauguin Berührungen mit exotischen Kulturen und fremden Schönheitsidealen, so bot und bietet die Welt des Films und Fernsehens und der Medien seit dem 20. Die ideale Frauenfigur der Hochrenaissance ist tendenziell etwas fülliger (aber nicht dick), hat aber nur einen kleinen bis moderaten, hochsitzenden Busen. Die Augen hat man am liebsten dunkelbraun. Die ideale männliche Figur hatte breite, sehr aufrechte Schultern (die oft ausgestopft und optisch verbreitert wurden); eine nach vorne geschwellte Brust; eine sehr schmale Taille, die geschnürt (!) Auch die Frauen puderten sich ihr Haar vom 18. Wenzel Hollar: Englische Dame im Winter-Habit mit Muff und Maske, um 1630. [48] Die sogenannten „Windsor Beauties“ ist eine ähnliche Reihe von Porträts englischer Hofdamen, die der Maler Peter Lely in den 1660er Jahren im Auftrage der Herzogin von York Anne Hyde ausführte. Auflage 2011, S. 31. 1691. Auch der Teint sollte jetzt einer 'gesunden' und 'natürlichen' Sonnenbräune entsprechen, was sich für Frauen allerdings erst ab ca. Februar 2021 um 18:45 Uhr bearbeitet. Jahrhundert: La Naissance de Venus, 1862. Ab Mitte des 17. Italienische Renaissance (1400 - 1700) Auch etwas höhere Wangenknochen und eine kleine Stupsnase entsprechen dem aktuellen Schönheitsideal der Frau. Mit dem Fortschreiten der Globalisierung breitet sich das westliche Schlankheitsideal weltweit derzeit immer stärker aus. Da diese Mode bei Männern immer extremer wurde und durchaus nicht ganz unproblematisch war (wegen der Tendenz zur Glatzenbildung), kam unter Ludwig XIV. Magersucht soll es auch schon im Alten China gegeben haben und aus dem 19. Über die Ausgrabung und Untersuchung der sterblichen Überreste (Knochen) der Diane de Poitiers im Jahre 2008 berichtete die französische Sendung: „Secret d'histoire: Catherine de Médicis et les châteaux de la Loire“. 1550–1610/20) setzt man bei beiden Geschlechtern allerdings tatsächlich wieder mehr auf hohe schlanke Silhouetten[42] – trotz wattierter und ausgestopfter Ärmel, Hosen und Bäuche. [49] Auch der bekannte Lebemann und Schöngeist Roger de Bussy-Rabutin umgab sich in seinem Exil auf Schloss Bussy-Rabutin mit einer ganzen Galerie von Bildnissen schöner Frauen aus seiner adeligen Bekanntschaft. [7] Dazu gehören u. a. Schönheitsoperationen wie Nasen- und Augenlidoperationen, Hautaufhellung und das künstliche Glätten von Afro-Haar mithilfe von hautschädigenden Chemikalien. Bilder, Statuen, Reliefs und Architektur sollen einem neuen Schönheitsideal und lebensbejahenden Menschenbild Rechnung tragen, ein Fest für die Sinne, ein Rau… Eine klare Aussage über das Schönheitsideal der Frühgeschichte ist daher nicht möglich. Joseph Karl Stieler: Nanette Kaulla, 1829. Quelle: Wikipedia (2014), o. S. Schon der Begriff Renaissance weist auf die Wiedergeburt der Antike hin. 1820 fast nur noch unauffällige dunkle Farben[69]. und Ramses III. Schon gegen Ende des 19. Auflage 2011, S. 84–85. (Louvre, Paris), Komplizierte Prunkfrisur einer schönen Römerin, flavische Epoche, Ende 1. Schönheitsideale sind Zeit-Trends. Jahrhundert immens, nahm allerdings bei den Frauen im Rokoko extreme Züge an, als auch noch Reifröcke (Panier) modern wurden, die die geschnürte Taille optisch winzig erscheinen ließen. Schönheitsideale existieren für beide Geschlechter, spielten und spielen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung jedoch sowohl für das eigene Selbstverständnis von Frauen, als auch für ihre Wahrnehmung von außen eine größere Rolle als für Männer. Zu Zeiten der italienischen Renaissance durften die Frauen wieder mehr Kilos auf die Waage bringen. So wurde in Experimenten und Befragungen ermittelt, dass in allen Kulturen Frauen mit einem kulturspezifisch idealen Taille-Hüft-Verhältnis von den Testsubjekten als schön angesehen werden, so beispielsweise in afrikanischen Regionen mit Nahrungsunterangebot eine Fettleibigkeit mit betont großem Hüft- und Gesäßumfang. Jahrhunderts setzt eine aus Amerika importierte sportliche Bewegung ein, durch die nach und nach ein grundlegender Wandel in der Wahrnehmung des Körpers einsetzt. Bei den Griechen wurde es oft kunstvoll frisiert, Frauen steckten das Haar meistens hoch. Joan Crawford im typischen Flapper-Look, 1927, Nationalsozialismus: BDM-Mädchen bei einer Gymnastikvorführung, 1941. Jahrtausenden) zuvor, war im gesamten 17. und 18. Gerhard Hoyer: Die Schönheitengalerie König Ludwigs I., Schnell und Steiner, 7. Es gibt zudem einen Unterschied zwischen repräsentativen Königsdarstellungen, die stark formalisiert und idealisiert waren, und solchen in Gräbern und von Privatpersonen, die naturalistischer Speckrollen, hängende Brüste und dicke Bäuche zeigen. Wenzel Hollar: Edelmann der sich verneigt (The bowing gentleman), ca. (Kapitolinische Museen, Rom), Büste der Vibia Sabina, um 120–140 n. Chr. Ausweislich ihrer Statuen und Fresken hatte das Schönheitsideal der römischen Antike starke Ähnlichkeit mit dem seiner griechischen Vorläuferin.